Denn Sie wissen ab jetzt, was Sie tun!

Welche Stimmübungen Sie täglich sowieso schon machen, ohne zu wissen, dass es Stimmübungen sind!
Mehr dazu in dieser neuen Stimm-Booster-Reihe.
Viel Spaß!

7 Stimm-Booster für 7 gelingende Tage

Booster 3:
Vom Kauen und Genießen. Wie Sie beim Essen Ihre Sprechmuskulatur trainieren Teil I

Ob Veganer, Vegetarier, Frutarier oder Alles-Esser: Um Nahrung aufzunehmen, zu zerkleinern und zu schlucken, brauchen Sie eine kräftige Kau- und Zungenmuskulatur. 
Es sei denn, Sie lassen sich buchstäblich alles vorkauen – wovon wir jetzt mal nicht ausgehen wollen.

Während Ihr Kieferapparat samt Muskulatur also fleißig Ihre Nahrung für Sie zermalmen, einspeicheln und schlucken, damit die soeben genossenen Köstlichkeiten alsbald in gut verdaulichen Portionen auch sicher durch Ihre Speiseröhre wandern können, trainiert Ihr Körper zeitgleich Ihren gesamten Sprechapparat mit. Extrem schlau! Wie das? Ganz einfach:

Wer gut essen will, muss die Klappe aufmachen. Wer gut sprechen will, auch! 
Das gilt vor allem für Schnellsprecher und Nuschler …

Marathonläufer zum Beispiel laufen nicht etwa einfach los und wuppen dann mal so mirnichtsdirnichts 40 Kilometer am Stück. Nein. Sie trainieren den Lauf. Über einen längeren Zeitraum. Steigern dadurch Ausdauer und Kondition, Geschmeidigkeit und Geläufigkeit. Sie lernen Kilometer für Kilometer, Ihre Kräfte einzuteilen.

Auch Sie trainieren – und das schon von Geburt an!

Beim Kauen ist es dasselbe. Mit dem Unterschied, dass Sie Ihre Kaumuskulatur schon von Geburt an trainieren. Als Baby noch saugend und schluckend, später (Sprechtraining-Warm-up für Fortgeschrittene) begeistert am Kauring schlotzend und zubeißend, dann endlich – die erste feste Nahrung zwischen den Zähnen – kräftig kauend. Haben Sie bei Ihrer Nahrungsaufnahme immer gut zu beißen, verfügt Ihr Unterkiefer im Optimalfall über eine hilfreiche Lockerheit. Denken Sie an einen Löwen, der sein Maul sperrangelweit aufreißt, um seine Beute zu verschlingen. Mit zusammengebissenen Zähnen und eingerostetem Kiefergelenk würde er über kurz oder lang verhungern. Oder einer fragwürdigen Karriere bei „Germany’s next Top Lion“entgegenblicken, während er klapprig über den Laufsteg wankt.
Kräftiges Kauen erfordert, dass Sie die Zähne auch ordentlich auseinandernehmen, um umso beherzter zubeißen zu können. Das sichert – wie beim Löwen – nicht nur auch Ihr Überleben, sondern garantiert Ihnen zudem geschmeidige Beweglichkeit und Elastizität in Ihrer Kiefermuskulatur.

Dasselbe gilt fürs Sprechen. Und für Schnellsprecher und Nuschler. Je beweglicher und elastischer Sie Ihre Kiefermuskulatur für sich kauen lassen, desto deutlicher und geschmeidiger werden Sie sprechen. Kauen Sie also mit Genuss! Wie das geht, hören Sie im Stimm-Booster Nummer 3.

Kleiner Beweglichkeitstest für Sie vorab:
Stellen Sie sich vor den Spiegel und sagen Sie schnell und immer wieder hintereinander

Blablablablablablabla ….. Blablablablablablabla ….. Blablablablablablabla …..

Schauen Sie auf Ihren Mund. Wie weit öffnet er sich? Wie weit lassen Sie Ihren Unterkiefer nach jeder einzelnen Silbe nach unten fallen? Wie leicht gelingt es Ihnen, das nächste „b“ mit Ihren Lippen neu anzusetzen. Seien Sie genau! Und wie locker bleibt Ihr Kiefergelenk dabei? Wie locker und doch in angenehmer Spannung Ihre Lippen? Was könnten Sie tun, damit Ihnen dieser Test noch leichter gelingen kann? Sollten Sie dabei viel Speichel produzieren, bravo! Gutes Zeichen! Sie sind schon viel lockerer! Jetzt seien Sie mutig und öffnen Sie bewusst weiter den Mund, während Sie fortfahren mit

Blablablablablablabla ….. Blablablablablablabla ….. Blablablablablablabla …..

Kleiner Tipp: Lassen Sie vorher Ihre Zunge einfach nach unten fallen. Dank Erdanziehungskraft geht das schwuppdiwupp. Spüren Sie schon, wie sich Ihre Kiefergelenke allein durch die Bewegung der Zunge nach unten leicht lockern? Und der Raum am hinteren Gaumen weiter wird? Perfekt! Ihre Zungenspitze liegt jetzt hinter Ihren unteren Schneidezähnen. Sie hilft Ihnen, Ihren Unterkiefer weiter locker nach unten aufklappen zu lassen. Probieren Sie’s aus!
Und jetzt viel Spaß mit Stimm-Booster Nummer 3!

Stimm-Booster Nummer 3: Kau‘ Dein Ding!

Irre, oder? Kaum lässt man die Muskeln ihre Arbeit machen, geht’s leichter und lockerer. Lassen Sie sich ab jetzt nichts mehr vorkauen! Und freuen Sie sich, dass Sie mit einem beherzten Mittagessen, dass Sie genussvoll für sich durchkauen, bereits bestes Training für Ihren Sprechapparat geleistet haben!

Ihr Stimm-Booster 4 für die kommende Woche:
Vom Kauen und Genießen. Wie Sie beim Essen Ihre Sprechmuskulatur trainieren, Teil II

Bleiben Sie dran!
Und lassen Sie mich bis dahin gerne wissen:
A) Welchen Menschen sehen Sie gerne beim Kauen zu? Und wieso?
B) Wie kauen Sie sich sonst so durch Ihr Leben?

Schreiben oder sprechen Sie mir unter: kontakt@fokusstimme.de oder
0175.7722357 Ihre Antworten.

Ich freue mich über jeden Beitrag.

Ihre Tinka Kleffner